Containerschiff auf der Elbe_August_2018

Auf einmal kommt Hamburg mit Ideen zur Hafenkooperation in Norddeutschland – Ein Hohn für alle, die so lange eine enge norddeutsche Kooperation ohne Elbvertiefung für notwendig gehalten haben

Ein kurzer Kommentar zum Thema Hamburger Ideen zur Hafenkooperation 

Es klingt nicht nur wie Spott, sondern ist wirklich blanker Hohn, was die Hamburger jetzt auf einmal gerade gegenüber all denjenigen in die Welt setzen, die seit Jahren auf diese Problematik der mangelnden Kooperation hingewiesen haben. Seit Jahrzehnten wehren sich die Hamburger (egal welche Partei da am Ruder war oder ist!) vehement gegen jede Hafenkooperation, ziehen die Elbvertiefung mit aller Macht durch und kommen jetzt mit solchen Vorschlägen, weil ihnen die Umsatzrückgänge des HH Hafens (trotz der mit aller Macht durchgezogenen Elbvertiefung, die angeblich all das verhindern sollte!) enorme Probleme bereiten. Die Elbvertiefung war für HH nur ein vorgeschobenes Argument (Behauptung, dann wird HH endlich wieder konkurrenzfähig gegenüber Antwerpen und Rotterdam), was sich jetzt (im Nachhinein) nicht als das eigentliche Problem des Hamburger Hafens und der Verteilung der weltweiten Containerfrachtverkehre herausstellte.

Rotterdam und Antwerpen nehmen HH und Bremerhaven immer mehr Anteile am Frachtaufkommen ab, weil die großen Reedereien sich in Kooperationsabkommen zusammengetan haben und damit die Häfen gegeneinander ausspielen. Das alles war seit Jahren bekannt, trotzdem hat HH an seinem von den Reedereien mit initiierten Alleingang, was die Elbvertiefung und Zukunftsprognosen des Hafens anging, festgehalten. Alle Argumente wurden einfach vom Tisch gewischt!

Über die Art und Weise, wie HH (der Bund und Niedersachsen mit seiner damaligen CDU/FDP-Regierung haben natürlich auch dazu beigetragen) uns hier an der Elbe über den Tisch gezogen hat, kann man nur noch sauer werden und den Kopf schütteln. Hinzu kommt, dass das ganze Vorhaben bereits enorme (Steuer-)Gelder verschlungen hat und weiterhin verschlingen wird und fatale Folgen für Umwelt und Natur hat. Jetzt auf einmal sollen wieder andere die „Kohlen aus dem Feuer“ holen, damit die „armen Hamburger“ mit ihrer völlig verfehlten Hafenpolitik wieder gute Ergebnisse erzielen.

Was den Hafen und die Elbe angeht, haben die Hamburger bei den Anliegern an der Elbe viel Vertrauen verspielt.  Um das wieder herzustellen, bedarf es einer grundlegenden und glaubwürdigen Umkehr in der Hamburger Politik! Es reicht jedenfalls nicht, jetzt auf einmal eine Hafenkooperation anzukündigen, die bisher immer abgelehnt worden ist.

Harm Paul Schorpp 

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