Seehofers Ankerzentren – von wegen Zentren, in denen man Schutz findet

Seit heute (1.8.2018) wird in Bayern der „Masterplan“ von Seehofer mit der Einrichtung von „Ankerzentren“ umgesetzt.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass „Ankerzentren“  vom Begriff her für ein Zentrum stehen, in dem man ankern kann und Schutz findet, sozusagen ein „rettender Hafen in stürmischer See“ (Bericht in Frankfurter Rundschau, 1.8.2018; S. 6; von Sabine Dobel, dpa).

Tatsächlich steht der Begriff Ankerzentrum aber für: An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung und R(ückführung). Das alles mit dem Ziel, kurze Wege und Verfahren beschleunigen – von Integration und Schutz für Asylberechtigte ist dabei überhaupt nicht die Rede, es geht folglich nicht um einen Anker im Sinne eines „rettenden Hafens in stürmischer See“, sondern um das Gegenteil: Abschreckung und möglichst schnelle Abschiebung!

Dabei ist doch das Grundgesetz mit den Artikeln 1 („Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“) und 16a („Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“) eindeutig formuliert und unsere Richtschnur! Gerade diejenigen, die immer über „Leitkultur“ faseln, sollten genau diese zwei Grundgesetzartikel endlich mal zum Maßstab ihres Handelns machen!

Harm Paul Schorpp

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